Ein neues Herzstück für Gamsen: Vision für die Köthner Straße

Gamsen steht vor einer bedeutenden städtebaulichen Veränderung, die das soziale Gefüge des Ortsteils nachhaltig stärken soll. Wie die Stadtverwaltung Gifhorn im Mai 2026 bekannt gab, gibt es konkrete Pläne, den Bereich rund um die Köthner Straße zu einer lebendigen Ortsmitte umzugestalten. Im Zentrum dieser Bemühungen steht die Sanierung des in die Jahre gekommenen Dorfgemeinschaftshauses (DGH) sowie des angrenzenden historischen Fachwerk-Gemeindehauses. Ziel ist es, einen identitätsstiftenden Treffpunkt zu schaffen, der nicht nur das Vereinsleben bündelt, sondern auch als moderner Veranstaltungsort für alle Generationen dient.

Hintergrund

Die Notwendigkeit für dieses Projekt ergibt sich aus dem Wunsch, die soziale Infrastruktur in den Ortsteilen von Gifhorn gezielt zu fördern. Das Vorhaben ist als Maßnahme 1.11 fest im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) verankert. Die Stadtverwaltung reagiert damit auf den schlechten baulichen Zustand des DGH, das noch weitgehend dem Standard der 1970er-Jahre entspricht. Da für eine solche Investition erhebliche finanzielle Mittel erforderlich sind, hat die Stadt bereits eine Vorentwurfsplanung in Auftrag gegeben, um bei kommenden Förderaufrufen handlungsfähig zu sein. Die politische Beratung des Vorhabens beginnt am 12. Mai 2026 im Ortsrat Gamsen, gefolgt von weiteren Gremienentscheidungen bis Ende Juni 2026.

Ein Gebäude im Wandel: Technische und architektonische Herausforderungen

Das DGH Gamsen ist ein Zeitzeuge der Ära vor der Gebietsreform und weist heute erhebliche Mängel auf. Untersuchungen zur Statik, zum Brandschutz und zur Haustechnik haben einen dringenden Handlungsbedarf aufgezeigt. Die Stadt plant daher eine umfassende Modernisierung, um das Gebäude zukunftsfähig zu machen:

  • Energetische Sanierung: Die Dachkonstruktion muss aufgrund mangelnder Tragfähigkeit für eine energetische Ertüchtigung und mögliche Photovoltaik-Anlagen ersetzt werden.
  • Brandschutz: Eine Anpassung an die aktuelle Versammlungsstättenverordnung ist zwingend erforderlich.
  • Haustechnik: Elektroanlagen, Sanitärbereiche sowie der Küchentrakt und der Thekenbereich müssen vollständig erneuert werden.
  • Fensterbau: Die veralteten Fenster, von denen einige noch eine Einfachverglasung aufweisen, werden durch moderne, energieeffiziente Elemente ersetzt.

Flexibilität durch Umbau

Ein besonderer Fokus liegt auf der Neugestaltung des Saals. Durch den Rückbau der erhöhten Bühne und des darunter liegenden Jugendraums soll der Boden begradigt und erweitert werden. Eine bewegliche Bühne soll künftig maximale Flexibilität für unterschiedliche Anlässe wie Hochzeiten, Geburtstage oder Gemeindefeste bieten. Auch das angrenzende Fachwerk-Gemeindehaus wird in die Pläne einbezogen: Durch ein neues, außenliegendes Treppenhaus wird das Gebäude barrierefrei erschlossen, was eine effizientere Nutzung der Räume durch Vereine wie den Männergesangsverein oder das DRK ermöglicht.

Synergieeffekte im Ortskern

Karsten Moritz, Fachbereichsleiter der Bauverwaltung, betont die strategische Bedeutung des Standorts. Durch die bereits abgeschlossene Sanierung der angrenzenden Sporthalle und den Neubau des Krippen- und Ganztagsgebäudes schließt die Sanierung des DGH eine Lücke in der sozialen Infrastruktur. Ortsbürgermeister Dirk Reuß bezeichnet den Bereich als „Keimzelle von Gamsen“. Die Kombination aus Grundschule, Mensa, Sporthalle und dem sanierten DGH soll einen Anlaufpunkt schaffen, der das Dorfleben spürbar bereichert und neue Impulse für das Miteinander setzt.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die geschätzten Kosten für das Projekt?

Nach derzeitigem Stand der Vorentwurfsplanung belaufen sich die Kosten für die geplanten Sanierungsmaßnahmen auf knapp vier Millionen Euro. Die Stadt prüft derzeit verschiedene Möglichkeiten der Förderung, um diese Investition zu unterstützen.

Welche Vereine profitieren von der Sanierung des Gemeindehauses?

Das Gebäude wird bereits intensiv genutzt, unter anderem vom Männergesangsverein Gamsen und der DRK-Ortsgruppe für ihre Seniorennachmittage. Durch die neue Raumaufteilung und den barrierefreien Zugang soll die Nutzung für diese und weitere Vereine deutlich komfortabler und flexibler gestaltet werden.

Fazit

Die geplante Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Gamsen ist ein ambitioniertes Projekt, das weit über eine bloße Gebäudemodernisierung hinausgeht. Mit der Investition in die soziale Infrastruktur setzt die Stadt Gifhorn ein klares Zeichen für die Stärkung der Ortsteile. Sollten die politischen Gremien grünes Licht geben und die angestrebten Fördermittel bewilligt werden, könnte Gamsen schon bald über ein modernes Zentrum verfügen, das als lebendiger Treffpunkt für alle Bürgerinnen und Bürger fungiert und den Ort nachhaltig aufwertet.