Die politische Landschaft in Gifhorn bekommt einen neuen Akteur im Rennen um das höchste Amt der Stadt. Der AfD-Kreisverband hat seinen Vorsitzenden Robert Preuß offiziell als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 13. September 2026 nominiert. Mit einem überwältigenden Votum im Rücken will der 40-jährige Gifhorner die Nachfolge von Amtsinhaber Matthias Nerlich antreten und die Weichen für die Zukunft der Mühlenstadt neu stellen.

Ein klares Votum: Die Nominierung von Robert Preuß

Die Entscheidung innerhalb des AfD-Kreisverbandes Gifhorn fiel mehr als deutlich aus. Mit einer beeindruckenden Zustimmung von über 90 Prozent der Stimmen wurde Robert Preuß zum Bürgermeisterkandidaten gekürt. Dieses starke Ergebnis signalisiert einen geschlossenen Rückhalt der Parteibasis und verleiht seiner Kandidatur von Beginn an erhebliches Gewicht. Für den anstehenden Wahlkampf ist ein solcher interner Konsens ein wichtiger Faktor, der es dem Kandidaten ermöglicht, sich voll und ganz auf die Auseinandersetzung mit den politischen Mitbewerbern und die Präsentation seiner Inhalte zu konzentrieren. Die Nominierung markiert den offiziellen Startschuss für den Wahlkampf der AfD in Gifhorn, der in den kommenden Monaten an Fahrt aufnehmen wird.

Wer ist Robert Preuß? Ein Porträt des Herausforderers

Doch wer ist der Mann, der die Verwaltungsspitze im Gifhorner Rathaus übernehmen möchte? Robert Preuß ist tief in der Region verwurzelt. Der 40-Jährige ist in Gifhorn aufgewachsen, verheiratet und Vater eines Sohnes. Sein beruflicher und politischer Werdegang ist vielseitig und zeugt von einem breiten Erfahrungsschatz.

Vom Kaufmann zum politischen Mitarbeiter

Nach einer soliden kaufmännischen Lehre legte Preuß den Grundstein für seine berufliche Laufbahn. Sein Wissensdurst führte ihn anschließend zu einem Studium der Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie. Diese Kombination aus praktischer und akademischer Ausbildung prägt sein Verständnis für ökonomische Zusammenhänge. Weitere prägende Erfahrungen sammelte er während seiner mehrjährigen Dienstzeit bei der Bundeswehr und in seiner späteren Tätigkeit als Personalberater. Seit 2021 ist Robert Preuß als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die AfD-Bundestagsfraktion in Berlin tätig, wo er sich schwerpunktmäßig mit den Themen Verkehrs- und Wirtschaftspolitik befasst. Diese Tätigkeit verschafft ihm Einblicke in die Mechanismen der Bundespolitik, die er für Gifhorn nutzen möchte.

Langjährige Erfahrung in der Kommunalpolitik

Preuß ist kein Neuling auf dem politischen Parkett Gifhorns. Bereits seit 2016 ist er aktives Mitglied im Rat der Stadt Gifhorn und gestaltet dort die lokale Politik mit. Seit der letzten Kommunalwahl im Jahr 2021 ist er zudem Abgeordneter im Kreistag des Landkreises Gifhorn. Diese doppelte Verankerung in der Stadt- und Kreispolitik ermöglicht ihm einen umfassenden Blick auf die Herausforderungen und Chancen der gesamten Region. Als amtierender Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Gifhorn trägt er zudem die organisatorische und politische Verantwortung für seine Partei vor Ort. Bis zum vergangenen Jahr war er außerdem als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Braunschweig tätig, was seine juristische Kompetenz unterstreicht.

Hintergrund: Die politische Ausgangslage in Gifhorn

Die Kandidatur von Robert Preuß fällt in eine politisch spannende Zeit für Gifhorn. Die Stadt steht, wie viele Kommunen in Deutschland, vor großen Herausforderungen. Dazu gehören die Belebung der Innenstadt, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und die Stärkung des lokalen Wirtschaftsstandortes. Der amtierende Bürgermeister, Matthias Nerlich (CDU), ist seit Jahren eine feste Größe in der Stadtpolitik. Preuß' Kandidatur fordert diesen Status quo heraus und wird den Wählerinnen und Wählern eine klare politische Alternative bieten. Der Wahlkampf wird sich voraussichtlich um die besten Konzepte für diese zentralen Zukunftsfragen drehen. Die AfD positioniert sich mit Preuß als eine Kraft, die traditionelle Werte mit neuen Impulsen verbinden und vor allem die Themen Sicherheit und Bürokratieabbau in den Vordergrund stellen will.

Preuß' Agenda für Gifhorn: Sicherheit, Wirtschaft und Familien im Fokus

In seiner ersten Stellungnahme nach der Nominierung skizzierte Robert Preuß die Eckpfeiler seines Programms. Sein zentrales Anliegen ist es, Gifhorn als eine „familienfreundliche, sichere und lebenswerte Stadt“ zu erhalten und weiterzuentwickeln. Seine Agenda lässt sich in drei Kernbereiche unterteilen:

  • Stärkung der öffentlichen Sicherheit: Preuß betont, dass es in Gifhorn keine sogenannten „Angsträume“ geben dürfe. Insbesondere Frauen müssten sich zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher im öffentlichen Raum bewegen können. Um dies zu erreichen, plant er eine Intensivierung der Sicherheitspartnerschaft zwischen Stadt und Polizei. Ein konsequentes Vorgehen gegen Kriminalität, aber auch gegen Vermüllung und Vandalismus, steht weit oben auf seiner Prioritätenliste.
  • Wirtschaftliche Impulse und eine lebendige Innenstadt: Der Kandidat sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Unterstützung der lokalen Wirtschaft. Kleine Betriebe, Gastronomen und Selbstständige sollen von „übertriebener Bürokratie und Kontrollwut“ entlastet werden. Für die Innenstadt fordert er „kreative Konzepte, mutige Gründer und junge Unternehmer mit Ideen“. Eine entscheidende Voraussetzung dafür sei die gute Erreichbarkeit des Zentrums, weshalb er sich für ausreichend Parkraum und eine intelligente Verkehrsführung einsetzen will.
  • Förderung von Familien und Schaffung von Wohnraum: Ein weiterer Schwerpunkt ist die Familienpolitik. Preuß fordert die Ausweisung neuer Baugebiete, um der hohen Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden. Bei der Vergabe von städtischen Grundstücken sollen Familien seiner Ansicht nach klar bevorzugt werden, um jungen Menschen eine Zukunft in Gifhorn zu ermöglichen.

Häufige Fragen

Wer ist der aktuelle Bürgermeister von Gifhorn?

Derzeitiger Bürgermeister der Stadt Gifhorn ist Matthias Nerlich von der CDU. Er ist seit 2011 im Amt und wird bei der kommenden Wahl voraussichtlich der Hauptkonkurrent für neue Herausforderer sein.

Wann findet die nächste Kommunalwahl in Gifhorn statt?

Die nächste Kommunalwahl, bei der auch das Amt des Bürgermeisters neu gewählt wird, ist für Sonntag, den 13. September 2026, angesetzt. An diesem Tag sind die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger Gifhorns aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Was sind die Kernpunkte von Robert Preuß' Wahlprogramm?

Die zentralen Säulen seines Programms sind die Erhöhung der öffentlichen Sicherheit, die wirtschaftliche Stärkung der Innenstadt durch Bürokratieabbau und neue Konzepte sowie eine aktive Familienförderung durch die Schaffung von mehr Wohnraum.

Mit der Nominierung von Robert Preuß ist der Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in Gifhorn offiziell eröffnet. Seine Kandidatur verspricht eine intensive politische Debatte über die zukünftige Ausrichtung der Stadt. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, welche weiteren Kandidaten ins Rennen gehen und mit welchen Visionen sie die Bürgerinnen und Bürger von sich überzeugen wollen. Für die Wähler in Gifhorn beginnt eine Zeit der Information und der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Wegen, die ihre Heimatstadt einschlagen könnte.