Ein gesatteltes Pferd, aber keine Spur von der Reiterin – dieses beunruhigende Bild bot sich einer Passantin am Vormittag und löste zwischen Oerrel und Hankensbüttel eine sofortige Suchaktion aus. Der Vorfall, der zunächst das Schlimmste befürchten ließ, nahm dank der Aufmerksamkeit von Anwohnern und dem schnellen Eingreifen der Rettungskräfte eine glückliche Wendung.
Alarm auf der Kreisstraße 7: Ein Pferd ohne Reiterin
Der Morgen begann für die Beamten der Polizei Wittingen mit einer ungewöhnlichen und besorgniserregenden Meldung. Gegen 10:00 Uhr ging der Anruf einer aufmerksamen Passantin ein. Sie hatte an der Kreisstraße 7, auf halber Strecke zwischen den Ortschaften Oerrel und Hankensbüttel, ein aufgetrenstes und gesatteltes Pferd entdeckt, das orientierungslos umherirrte. Die Frau zögerte nicht, sicherte das Tier und wartete auf das Eintreffen der Polizei. Dieser schnelle und umsichtige Handgriff verhinderte möglicherweise einen Verkehrsunfall und war der erste entscheidende Schritt in einer Kette von Ereignissen.
Die ersten Anzeichen deuten auf einen schweren Sturz hin
Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen und das Pferd in Augenschein nahmen, verdichteten sich die Sorgen um die Reiterin. Das Tier wies Spuren auf, die auf einen Sturz hindeuteten. Die Beamten gingen von der ernsten Möglichkeit aus, dass sich das Pferd überschlagen und seine Reiterin unter sich begraben oder schwer verletzt haben könnte. In einer solchen Situation zählt jede Minute. Es musste davon ausgegangen werden, dass sich im unübersichtlichen Gelände entlang der Straße eine hilflose und verletzte Person befand.
Eine großangelegte Suchaktion wird vorbereitet
Unverzüglich begannen die Polizisten mit der Koordination von Suchmaßnahmen. Das Gebiet um den Fundort des Pferdes ist ländlich geprägt, mit Feldern, Wiesen und kleinen Waldstücken – eine Herausforderung für jede Suche. Während die ersten Schritte für eine systematische Absuche der Umgebung eingeleitet wurden, ahnte noch niemand, dass die Lösung des Rätsels bereits ganz nah war.
Die überraschende Wendung: Ein aufmerksamer Nachbar greift ein
Inmitten der angespannten Planungen für die Suche kam es zu einer unerwarteten Begegnung. Ein lokaler Landwirt fuhr auf die Einsatzkräfte zu und brachte die entscheidende Information. Er berichtete, dass er kurz zuvor in der Nähe von Oerrel auf seine Nachbarin getroffen sei. Sie war sichtlich mitgenommen und erklärte ihm, dass sie bei einem Ausritt von ihrem Pferd gestürzt war. In einem Akt nachbarschaftlicher Hilfe hatte der Landwirt die Frau umgehend nach Hause gefahren und sich anschließend selbst auf den Weg gemacht, um das entlaufene Pferd zu finden.
Kurze Zeit später erschien die gestürzte Reiterin in Begleitung ihres Ehemannes am Einsatzort. Die Erleichterung, sie wohlauf zu sehen, war groß, doch bei genauerem Hinsehen wurde klar, dass der Sturz nicht ohne Folgen geblieben war. Die Frau zeigte Anzeichen schwererer Verletzungen, die eine sofortige medizinische Versorgung erforderlich machten. Die Einsatzkräfte forderten umgehend einen Rettungswagen an, der die Verletzte zur weiteren Untersuchung und Behandlung in ein nahegelegenes Krankenhaus brachte. Auch für das Pferd gab es ein Happy End: Es wurde sicher in einen Pferdeanhänger verladen und zurück in seinen heimatlichen Stall transportiert.
Hintergrund
Reitunfälle sind im ländlichen Landkreis Gifhorn, einer Region, die für ihre Natur und die Beliebtheit des Pferdesports bekannt ist, leider keine Seltenheit. Die Südheide bietet ideale Bedingungen für Ausritte, doch die Risiken sind stets präsent. Ein Sturz vom Pferd kann zu schweren Verletzungen führen, insbesondere wenn er im freien Gelände ohne Zeugen geschieht. Ein herrenloses, gesatteltes Pferd ist für Rettungsdienste und Polizei daher immer ein absolutes Alarmsignal, das eine sofortige und intensive Suche nach dem Reiter auslöst. Dieser Fall unterstreicht eindrucksvoll, wie wichtig eine wachsame Gemeinschaft ist. Sowohl die Passantin, die das Pferd meldete, als auch der Landwirt, der seiner Nachbarin half, trugen maßgeblich dazu bei, dass die Situation schnell und positiv geklärt werden konnte.
Weitere Polizeieinsätze am Wochenende im Landkreis Gifhorn
Das Wochenende hielt die Einsatzkräfte im gesamten Landkreis auf Trab. Neben dem Reitunfall bei Hankensbüttel gab es weitere nennenswerte Vorfälle, die polizeiliche Ermittlungen nach sich zogen.
Einbruch in Weyhausener Oberschule
In der Nacht von Freitag auf Samstag verschafften sich unbekannte Täter gewaltsam Zutritt zur Christian Albinus Oberschule in Weyhausen. Die Einbrecher beschädigten ein Fenster an der Gebäudeseite in der „Neuen Straße“, um ins Innere zu gelangen. Dort hatten sie es gezielt auf einen Tresor abgesehen, den sie aufbrachen. Nach ersten Erkenntnissen entwendeten sie Bargeld. Der Zentrale Kriminaldienst der Polizeiinspezione Gifhorn hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise.
Körperverletzung in Linienbus bei Parsau
Zu einer Auseinandersetzung kam es am Samstagabend in einem Linienbus auf der Fahrt von Wolfsburg in Richtung Brome. Ein 24-jähriger Fahrgast fiel anderen Passagieren durch extrem lautes Telefonieren negativ auf. Als ein Mitreisender ihn bat, leiser zu sein, eskalierte die Situation. Der 24-Jährige soll den anderen Fahrgast körperlich angegriffen haben. Die Polizei Wittingen wurde zur Bushaltestelle in Ahnebeck (Gemeinde Parsau) gerufen und leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung ein.
Verkehrsunfall am Kreisel der K114
Ein Moment der Unachtsamkeit führte am Samstagabend zu einem Verkehrsunfall auf der Kreisstraße 114 in Gifhorn. Ein 59-jähriger Fahrer eines Mitsubishi Outlander war in Richtung Wolfsburg unterwegs, als er nach eigenen Angaben den Kreisverkehrsplatz an der Kreuzung zur Wolfsburger Straße übersah. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 70 km/h fuhr er über die Mittelinsel des Kreisels. Glücklicherweise wurden weder er noch seine 58-jährige Beifahrerin verletzt. Am Fahrzeug entstand jedoch erheblicher Sachschaden.
Häufige Fragen
Was sollte ich tun, wenn ich ein herrenloses Pferd mit Sattel finde?
Wenn Sie ein offensichtlich herrenloses Pferd entdecken, das gesattelt ist, sollten Sie umgehend die Polizei über den Notruf 110 informieren. Nähern Sie sich dem Tier nur, wenn Sie Erfahrung mit Pferden haben und sich nicht selbst in Gefahr bringen. Versuchen Sie, das Pferd an einem sicheren Ort, zum Beispiel abseits der Straße, festzuhalten, bis die Einsatzkräfte eintreffen. Geben Sie der Polizei eine möglichst genaue Standortbeschreibung.
Wie verhalte ich mich als Ersthelfer bei einem Reitunfall?
Sichern Sie zuerst die Unfallstelle, um weitere Gefahren zu vermeiden. Leisten Sie Erste Hilfe bei der verletzten Person (stabile Seitenlage, Bewusstsein und Atmung prüfen) und rufen Sie sofort den Notruf 112. Versuchen Sie, das Pferd zu beruhigen oder von einer anderen Person sichern zu lassen, damit es keine weitere Gefahr darstellt. Bewegen Sie die gestürzte Person nicht unnötig, da Wirbelsäulenverletzungen möglich sind.
Zusammenfassend zeigt der Vorfall bei Hankensbüttel, wie schnell eine alltägliche Situation wie ein Ausritt zu einem ernsten Notfall werden kann. Gleichzeitig ist er ein positives Beispiel für Zivilcourage und funktionierende Nachbarschaftshilfe im Landkreis Gifhorn. Die weiteren Einsätze des Wochenendes verdeutlichen das breite Spektrum der Arbeit unserer lokalen Polizei, die von Diebstahl über Körperverletzung bis hin zu Verkehrsunfällen reicht und für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger im Einsatz ist.

