Eine Welle der Unsicherheit erfasst viele Familien in Gifhorn, denn eine wichtige Säule der Kinderbetreuung steht vor einer ungewissen Zukunft. Während die Stadt Gifhorn plant, zum Schuljahr 2026/2027 alle städtischen Hortangebote zu schließen, stemmt sich der Caritasverband mit aller Kraft gegen das drohende Aus für den St. Altfrid-Hort am Pommernring. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem das Wohl der Kinder und die Entlastung berufstätiger Eltern im Mittelpunkt stehen.
Hintergrund: Der Wandel in der Gifhorner Betreuungslandschaft
Die Entscheidung der Stadt Gifhorn, die kommunalen Horte zu schließen, ist Teil eines größeren bildungspolitischen Wandels. Der flächendeckende Ausbau von Ganztagsschulen soll eine verlässliche Betreuung direkt im Anschluss an den Unterricht gewährleisten. Dieses Modell bietet zweifellos Vorteile, doch es schafft auch neue Herausforderungen und hinterlässt eine Lücke, die für viele Familien nur schwer zu schließen ist. Ganztagsschulen haben oft starre Strukturen und können nicht immer die Flexibilität bieten, die der moderne Familienalltag erfordert.
Genau hier setzen alternative Konzepte wie der Hort an. Sie sind mehr als nur eine reine Betreuungseinrichtung; sie sind ein pädagogisch wertvoller Lebensraum, der Kindern eine andere Art von Gemeinschaft und Förderung bietet. Der Caritasverband Gifhorn argumentiert, dass der Hort eine unverzichtbare Ergänzung zum schulischen Angebot darstellt. „Die Ganztagsschulen leisten zweifellos einen wichtigen Beitrag zur Betreuung von Schulkindern. Dennoch bietet der Hort eine pädagogisch besonders wertvolle Ergänzung, die für viele Familien unverzichtbar ist“, betont Caritasvorstand Michael Gruber. Die drohende Schließung des letzten verbliebenen Hortes dieser Art würde die Vielfalt der Betreuungsangebote in Gifhorn empfindlich schmälern.
Ein Wettlauf gegen die Zeit: Jede Anmeldung zählt
Für den Caritasverband und den St. Altfrid-Hort hat nun eine entscheidende Phase begonnen. Um das Angebot auch über das Schuljahr 2026/2027 hinaus aufrechterhalten zu können, ist eine ausreichende Anzahl an Anmeldungen die Grundvoraussetzung. Ohne eine verlässliche Planungsgrundlage und die Gewissheit, dass das Angebot auch nachgefragt wird, ist ein wirtschaftlicher Betrieb nicht möglich. Daher richtet sich ein dringender Appell an alle Eltern von Grundschulkindern in Gifhorn, die auf eine flexible und pädagogisch fundierte Nachmittagsbetreuung angewiesen sind.
Die Frist für die Anmeldung ist kurz: Familien müssen ihr Interesse bis zum 10. März 2026 bekunden. Jede einzelne Anmeldung ist ein starkes Signal an die Verantwortlichen und ein Votum für den Erhalt des Hortes. „Der St. Altfrid-Hort am Pommernring soll weiterhin für Schulkinder der Klassen 1 bis 4 ein Ort voller Leben, Lachen und Gemeinschaft bleiben“, so die klare Vision von Michael Gruber. Es geht darum, einen Ort zu bewahren, der für viele Kinder ein zweites Zuhause geworden ist.
So können Sie Ihr Kind anmelden:
- Online: Das Anmeldeformular ist auf der Webseite der Kindertagesstätte unter www.kita-st-altfrid.de verfügbar.
- Persönlich: Sie können die Unterlagen direkt im Hort am Pommernring 2 in Gifhorn abholen oder abgeben.
- Per E-Mail: Eine Anfrage oder die Zusendung der Unterlagen ist auch per E-Mail an hort@caritas-gifhorn.de möglich.
Mehr als nur Betreuung: Der unschätzbare Wert des Hort-Konzepts
Doch warum ist der Erhalt des Hortes so wichtig? Die Vorteile gegenüber einer reinen Ganztagsschulbetreuung sind vielfältig und gehen weit über flexible Abholzeiten hinaus. Das pädagogische Konzept des St. Altfrid-Horts stellt das Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt und bietet einen Rahmen, der in der Schule oft nicht gegeben ist.
Individuelle Förderung in kleinen Gruppen
Ein entscheidender Vorteil des Hortes ist der bessere Personalschlüssel. Weniger Kinder pro Betreuer ermöglichen eine intensivere und individuellere Begleitung. Besonders Kinder mit besonderen Bedürfnissen, sei es im sozialen, emotionalen oder lernspezifischen Bereich, profitieren von den vertrauten Strukturen und der persönlichen Zuwendung. Hier ist Zeit, auf Sorgen einzugehen, bei den Hausaufgaben zu helfen und die Talente jedes einzelnen Kindes zu fördern.
Flexibilität und verlässliche Ferienbetreuung
Für berufstätige Eltern ist die Flexibilität ein unschätzbarer Vorteil. Während Ganztagsschulen oft feste Endzeiten haben, ermöglicht der Hort flexiblere Abholzeiten, die sich besser mit unterschiedlichen Arbeitsmodellen vereinbaren lassen. Ein weiterer zentraler Punkt ist das umfassende Ferienprogramm. Der St. Altfrid-Hort bietet auch während der Schulferien eine verlässliche Betreuung an – eine enorme Entlastung für Familien, die nicht über wochenlange Urlaubsansprüche oder ein alternatives Betreuungsnetzwerk verfügen.
Ein Appell an die Gemeinschaft: Unterstützung auf vielen Wegen
Der Fortbestand des Hortes hängt nicht nur von den Anmeldezahlen ab. Der Caritasverband ist auch auf die Solidarität der Gifhorner Gemeinschaft angewiesen, um das Projekt langfristig zu sichern. „Um den Fortbestand des Hortes zu sichern, wird jede Unterstützung gebraucht“, erklärt Michael Gruber. Neben der Anmeldung ihres Kindes können Bürgerinnen und Bürger das Vorhaben auch finanziell unterstützen. Jeder Beitrag hilft, die pädagogische Arbeit fortzusetzen und die notwendige Infrastruktur zu erhalten.
Spenden können auf das folgende Konto eingezahlt werden:
- Empfänger: Caritasverband Gifhorn
- Bank: Darlehnskasse Münster
- IBAN: DE61 4006 0265 0023 0105 00
Diese Unterstützung ist ein klares Bekenntnis zur Vielfalt in der Kinderbetreuung und zur Stärkung der sozialen Infrastruktur in Gifhorn.
Häufige Fragen
Warum schließt die Stadt Gifhorn ihre Horte?
Die Schließung der städtischen Horte ist eine strategische Entscheidung im Zuge des landesweiten Ausbaus von Ganztagsschulen. Die Stadt konzentriert ihre Ressourcen auf die Betreuung direkt an den Schulstandorten. Der St. Altfrid-Hort als Einrichtung eines freien Trägers wie der Caritas ist davon nicht direkt betroffen, spürt aber den Druck, seine Existenzberechtigung durch eine ausreichende Nachfrage neu beweisen zu müssen.
Was unterscheidet den Hort von der Ganztagsschule?
Ein Hort bietet oft einen besseren Personalschlüssel, was eine individuellere Betreuung ermöglicht. Zudem zeichnet er sich durch flexiblere Abholzeiten und ein eigenständiges pädagogisches Konzept aus, das den Fokus auf Freizeitgestaltung, soziale Kompetenzen und Gemeinschaft legt. Ein entscheidender Vorteil ist zudem das durchgehende Betreuungsangebot während der meisten Schulferien.
Was passiert, wenn sich bis zum 10. März 2026 nicht genügend Kinder anmelden?
Eine zu geringe Anmeldezahl würde die wirtschaftliche Grundlage für den Weiterbetrieb des Hortes gefährden. Ohne eine gesicherte Auslastung kann der Caritasverband die Einrichtung nicht halten, was letztendlich zur Schließung führen würde. Daher ist die fristgerechte Anmeldung für die Planungssicherheit von entscheidender Bedeutung.
Die kommenden Wochen werden entscheidend für die Zukunft des St. Altfrid-Horts und für die Vielfalt der Kinderbetreuung in Gifhorn sein. Es liegt nun in den Händen der Eltern und der gesamten Stadtgemeinschaft, durch Anmeldungen und Unterstützung ein klares Zeichen zu setzen. Der Erhalt dieser wertvollen Einrichtung sichert nicht nur Betreuungsplätze, sondern bewahrt auch einen wichtigen pädagogischen Raum, in dem Kinder wachsen, lernen und eine glückliche Zeit verbringen können.

