Die Stadthalle Gifhorn erstrahlte am Donnerstagabend in einem besonderen Glanz, als die Stadt zur vierten Ehrenamtsgala „Stunde der stillen Stars“ lud – ein Abend, der ganz im Zeichen der Anerkennung für jene stand, die sonst abseits des Rampenlichts wirken. In einer feierlichen und emotionalen Atmosphäre wurden herausragende sportliche Leistungen und unermüdliches ehrenamtliches Engagement gewürdigt, die das gesellschaftliche Leben im Landkreis Gifhorn so reich und vielfältig machen.
Ein Abend im Zeichen der Anerkennung
Vor einer vollbesetzten Stadthalle mit weit über 400 geladenen Gästen eröffnete Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich den Abend. Er betonte die immense Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements: „Wir sagen mit der Gala allen in unserer Stadt sportlich und ehrenamtlich Engagierten Danke. In den Leistungen stecken Gestaltungswille, Begeisterung und vor allem viel Arbeit.“ Diese Hingabe, so Nerlich weiter, komme nicht nur den Vereinen, sondern der gesamten Stadtgesellschaft zugute und verdiene höchste Anerkennung. Bereits vor dem offiziellen Beginn hatte der Bürgermeister die vielen ehrenamtlich tätigen Gifhornerinnen und Gifhorner persönlich in Empfang genommen, um seine Wertschätzung auszudrücken.
Durch den Abend führte souverän und unterhaltsam Georg Poetzsch, ein bekanntes Gesicht aus der Sportredaktion des NDR und zugleich DFB-Stadionsprecher. Er schaffte es, die Spannung zu steigern und den Geehrten eine würdige Bühne zu bereiten. Die Laudatoren des Abends, zu denen neben Bürgermeister Nerlich auch Dr. Frank Bühren, Ratsmitglied der Stadt Gifhorn, und Dr. Sören Hoffmann, Vorstandsmitglied des Kreissportbundes Gifhorn e.V., zählten, fanden persönliche und bewegende Worte für die Preisträger.
Die Preisträger: Sportliche Exzellenz und soziales Herz
Im Mittelpunkt des Abends standen vier Persönlichkeiten, deren Leistungen und Engagement beispielhaft für viele andere in Gifhorn stehen. Sie wurden in zwei Kategorien ausgezeichnet und mit langanhaltendem Applaus gefeiert.
Junia Martel: Die Deutsche Meisterin auf Rollschuhen
In der Kategorie „Sportliche Leistung“ wurde als Erste die erst 16-jährige Rollkunstläuferin Junia Martel geehrt. Die junge Athletin vom Verein Freude an Bewegung hat eine beeindruckende Erfolgsbilanz vorzuweisen. Sie ist nicht nur amtierende Landesmeisterin, sondern sicherte sich im Jahr 2024 auch den Titel der Deutschen Meisterin in ihrer Klasse. Ihre Darbietung erfordert ein Höchstmaß an Disziplin, Körperbeherrschung und künstlerischem Ausdruck – eine Kombination, die sie meisterhaft beherrscht und die das Publikum immer wieder begeistert.
Mona Komnick & Marla Wohltmann: Präzision auf zwei Rädern
Ebenfalls für ihre herausragenden sportlichen Leistungen wurden die Kunstradfahrerinnen Mona Komnick und Marla Wohltmann vom RSV Löwe Gifhorn ausgezeichnet. Das Duo hat in den Jahren 2024 und 2025 sowohl im Einzel als auch gemeinsam beeindruckende Erfolge gefeiert. Sie dominierten bei Bezirks- und Landesmeisterschaften und qualifizierten sich für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. Besonders bemerkenswert war ihr erstmaliger gemeinsamer Start als Duo bei den nationalen Titelkämpfen 2025, ein Beweis für ihre perfekte Synchronität und ihr hartes Training.
Phil Mittelstädt: Das Herz des VfR Wilsche-Neubokel
Die Kategorie „Einbringung in das gesellschaftliche Leben“ würdigte eine Person, deren Engagement weit über das Spielfeld hinausgeht. Phil Mittelstädt vom VfR Wilsche-Neubokel ist das, was man die Seele eines Vereins nennt. Der 25-Jährige, der mit einer geistigen Beeinträchtigung lebt, ist nicht nur aktiver Spieler in der Inklusionsmannschaft des Vereins, sondern unterstützt sein Team seit 2019 auch unermüdlich und zuverlässig als Betreuer. Sein Engagement ist ein leuchtendes Beispiel für gelebte Inklusion und zeigt, wie wichtig jeder Einzelne für den Zusammenhalt in einem Verein ist.
Hintergrund
Die „Stunde der stillen Stars“ ist mehr als nur eine Preisverleihung; sie ist ein zentrales Instrument der Stadt Gifhorn, um die oft unsichtbare Arbeit im Ehrenamt und die aufopferungsvolle Hingabe im Sport sichtbar zu machen. In einer Zeit, in der das bürgerschaftliche Engagement keine Selbstverständlichkeit mehr ist, setzt die Gala ein starkes Zeichen der Wertschätzung. Sie wurde ins Leben gerufen, um den unzähligen Freiwilligen in Sportvereinen, sozialen Einrichtungen und kulturellen Initiativen eine öffentliche Plattform zu geben und ihnen für ihren Beitrag zum Gemeinwohl zu danken.
Das Fundament unserer lokalen Gemeinschaft ruht auf den Schultern dieser engagierten Menschen. Sie trainieren Kinder, organisieren Veranstaltungen, pflegen Grünanlagen oder kümmern sich um Hilfsbedürftige. Diese Gala rückt ihre Geschichten in den Fokus und inspiriert hoffentlich auch andere, sich für ihre Mitmenschen und ihre Stadt einzusetzen. Die Preise selbst spiegeln diesen Gedanken wider: Neben einem Gifhorn-Gutschein, der die lokale Wirtschaft stärkt, erhält jeder Geehrte eine „Baumurkunde“. Für jeden Preisträger wird ein Baum in Gifhorn gepflanzt – ein nachhaltiges Symbol für das Wachstum und die Beständigkeit, die sie der Gemeinschaft schenken.
Ein Rahmenprogramm, das Gifhorns Vielfalt widerspiegelt
Die Gala wäre nicht komplett ohne ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, das ebenfalls von lokalen Talenten gestaltet wurde und die kulturelle Vielfalt Gifhorns unterstrich. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen von Vanessa Donelly, die mit ihren Chören Albertinies, Chorissimo, Vocal Avenue und Vocal Street das Publikum begeisterte. Gemeinsam mit der Solistin Viola Ebel präsentierten sie Stücke aus dem von Donelly selbst komponierten Musical „Für das Licht der Nacht“.
Weitere Höhepunkte waren:
- Die Sängerin Birte Wolinski, die mit kraftvollen Interpretationen von Songs von Beyoncé und Huntrix für Gänsehautmomente sorgte.
- Eine beeindruckende Bodypercussion-Performance des Jugendchores Vocal Street, die Rhythmus und Energie in den Saal brachte.
- Sportliche Darbietungen der geehrten Vereine: Sowohl die Rollkunstläuferinnen, die inzwischen zur neuen Sportgemeinschaft Gifhorn gewechselt sind, als auch der Radsportverein Löwe Gifhorn gaben unter tosendem Applaus Einblicke in ihr Können.
Diese Auftritte zeigten eindrucksvoll, welch kreatives und sportliches Potenzial in der Region steckt und machten den Abend zu einem wahren Fest der Gemeinschaft.
Häufige Fragen
Wer wurde bei der Gala „Stunde der stillen Stars 2026“ ausgezeichnet?
Es wurden vier Preisträger geehrt: Die Rollkunstläuferin Junia Martel, die Kunstradfahrerinnen Mona Komnick und Marla Wohltmann für ihre sportlichen Erfolge sowie Phil Mittelstädt vom VfR Wilsche-Neubokel für sein herausragendes soziales Engagement im Verein.
Was ist das Besondere an den Preisen?
Die Geehrten erhielten nicht nur eine Trophäe, sondern auch einen Gifhorn-Gutschein zur Unterstützung des lokalen Handels und eine „Baumurkunde“. Diese Urkunde symbolisiert, dass für jeden Preisträger ein Baum in Gifhorn gepflanzt wird, was ein nachhaltiges Zeichen der Anerkennung darstellt.
Warum veranstaltet die Stadt Gifhorn diese Gala?
Die Gala dient dazu, das oft im Verborgenen stattfindende ehrenamtliche und sportliche Engagement öffentlich zu würdigen. Sie soll ein Dankeschön an all jene sein, die durch ihren unermüdlichen Einsatz den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Gifhorn stärken und das Leben in der Stadt bereichern.
Zusammenfassend war die „Stunde der stillen Stars 2026“ weit mehr als eine reine Ehrungsveranstaltung. Sie war ein emotionales Bekenntnis der Stadt Gifhorn zu ihren engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Der Abend hat eindrucksvoll gezeigt, dass die wahren Helden des Alltags oft diejenigen sind, die ohne großes Aufsehen Großes für die Gemeinschaft leisten. Ihre Geschichten sind eine Inspiration und ein Beleg für den starken Zusammenhalt im Landkreis Gifhorn.





