Der Startschuss für eine wichtige fachliche Weiterbildung ist gefallen: Gleich 20 engagierte Ganztagskräfte aus den Gifhorner Grundschulen haben heute ihre umfassende, zweiwöchige Qualifizierungsmaßnahme bei der Kreisvolkshochschule (KVHS) Gifhorn begonnen. Was auf den ersten Blick wie eine reguläre Fortbildung wirkt, besitzt im landesweiten Vergleich echten Modellcharakter. Bereits im Jahr 2017 ging die Stadt Gifhorn als absolute Pionierin in Niedersachsen voran und rief eigenständig einen speziellen Qualifizierungslehrgang für das Personal an offenen Ganztagsschulen ins Leben. Der damalige Impuls stammte direkt aus der Praxis – geäußert von den Sozialhelferinnen und Sozialhelfern selbst, die ihre tägliche Arbeit mit enormem Engagement, aber auch mit großer Verantwortung ausüben.

Ein starkes Fundament für die Betreuung von Grundschulkindern

Die Aufgaben moderner Ganztagskräfte gehen längst über die reine Beaufsichtigung hinaus. Neben der Begleitung beim gemeinsamen Mittagessen sowie der Unterstützung bei den Hausaufgaben spielen die Betreuungskräfte eine zentrale Rolle beim sozialen Miteinander der Kinder. Sie fördern die individuelle Entwicklung, konzipieren kreative Bildungs- und Freizeitangebote und pflegen einen engen, vertrauensvollen Austausch mit Lehrkräften, pädagogischem Personal sowie den Erziehungsberechtigten. All diese Tätigkeiten erfordern neben einer ausgeprägten Empathie vor allem fundiertes pädagogisches Fachwissen, absolute Handlungssicherheit, ausgeprägte Kommunikationskompetenz und ein klares professionelles Rollenverständnis.

Genau an diesem Punkt setzt das aktuelle Weiterbildungsangebot an. Bei der feierlichen Begrüßung der Teilnehmenden am ersten Tag in der KVHS betonte Gifhorns Erster Stadtrat Johannes Laub die Bedeutung des Projekts: „Wir verstehen den Ganztag ganz klar als pädagogische Aufgabe und möchten unsere Mitarbeitenden dazu befähigen, alle Kinder kompetent, wertschätzend und fachlich fundiert zu begleiten.“ Ähnlich wie in anderen Bereichen der lokalen Bildungslandschaft, etwa bei der erfolgreichen Landarztquote in Niedersachsen: 41 neue Medizinstudierende, zeigt sich auch hier, wie wichtig gezielte Nachwuchs- und Fachkräfteweiterbildung für die Region ist, um langfristig hohe Standards zu sichern.

Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule Gifhorn

Für die Umsetzung der diesjährigen Maßnahme konnte mit der Kreisvolkshochschule ein starker und verlässlicher Partner vor Ort gewonnen werden. Erstmals kooperiert die Stadt in diesem Rahmen direkt mit der Volkshochschule und zeigt sich hocherfreut über das große Engagement. Das maßgeschneiderte Programm der Fortbildung umfasst eine Vielzahl praxisnaher Themenblöcke:

  • Einblicke in die Schule als zentralen Bildungs- und Lebensort
  • Entwicklungsstufen und individuelle Vielfalt von Kindern
  • Umgang mit Inklusion und Diversität im Schulalltag
  • Stärkung der eigenen Handlungssicherheit und professionellen Kommunikation
  • Konzeption und strukturierte Begleitung von pädagogischen Freizeitangeboten

Bereits im kommenden Frühjahr sollen weitere Fachkräfte im Rahmen dieser Kooperation geschult werden. Um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten, wird das Programm durch fortlaufende Fortbildungen, fachliche Dienstbesprechungen sowie regelmäßige Supervisionen ergänzt. Diese werden direkt durch die städtische Stabstelle zur Fachberatung für Kitas und Schulen betreut und begleitet.

Hintergrund

Der Bedarf an verlässlichen Betreuungsangeboten im Landkreis wächst stetig. Von insgesamt rund 1.900 Grundschulkindern im Stadtgebiet Gifhorn nehmen aktuell exakt 1.055 Kinder am Ganztag teil, was einem beachtlichen Anteil von 56 Prozent entspricht. Um diese Kinder kümmern sich derzeit 80 feste Mitarbeitende. Die Finanzierung dieser wichtigen Infrastruktur wird künftig durch zusätzliche Bundesmittel unterstützt, die im Zuge des neuen bundesweiten Rechtsanspruchs auf Ganztagsförderung bereitgestellt werden. Diese Gelder tragen maßgeblich dazu bei, die entstehenden Personalkosten zu decken und das Angebot schrittweise auszuweiten. Während zunächst der erste Schuljahrgang im Fokus steht, bringt die schrittweise Ausweitung auch organisatorische Herausforderungen mit sich, die Rat und Verwaltung gemeinsam bewältigen müssen.

Ähnlich wie bei politischen Weichenstellungen im Landkreis – etwa bei den Diskussionen rund um die SPD im Gifhorner Kreistag: Stärkste Fraktion stellt nach Kommunalwahl die Weichen für die Zukunft – erfordert auch der Ausbau des Schulganztags eine langfristige und gut abgestimmte Planung zwischen allen beteiligten Gremien und Akteuren.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen müssen Ganztagskräfte mitbringen?

Die Mitarbeitenden benötigen neben viel Leidenschaft vor allem pädagogisches Grundwissen, Kommunikationsstärke und ein klares Rollenverständnis. Die Stadt Gifhorn unterstützt diesen Prozess aktiv durch spezielle Qualifizierungsmaßnahmen an der KVHS.

Wie viele Kinder nutzen das Ganztagsangebot in Gifhorn?

Aktuell nehmen rund 56 Prozent aller Gifhorner Grundschulkinder – das sind 1.055 von insgesamt 1.900 Kindern – an den offenen Ganztagsangeboten teil und werden dort von 80 Fach- und Hilfskräften betreut.

Wie wird die Ganztagsbetreuung finanziell abgesichert?

Die Finanzierung stützt sich zunehmend auf Fördergelder aus dem neuen bundesweiten Rechtsanspruch für die Ganztagsbetreuung, welche die Stadt Gifhorn bei der Deckung von Personalkosten und beim weiteren Ausbau unterstützen.

Das durchweg positive Fazit seit Beginn des aktuellen Schuljahres unterstreicht, dass Gifhorn auf dem richtigen Weg ist. Jens Brünig, Fachbereichsleiter Bildung und Jugend der Stadt, fasst zusammen: „Auch wenn sich die finanzielle Absicherung stetig verbessert, bildet das engagierte Wirken unserer Kolleginnen und Kollegen in Schulen und Kitas weiterhin das fundamentale Herzstück für eine bedarfs- und kindgerechte Betreuung.“ Mit der fortlaufenden Qualifizierung der 20 Ganztagskräfte stellt die Stadt sicher, dass Qualität und Verlässlichkeit auch in Zukunft an erster Stelle stehen.