Der Landkreis Gifhorn macht einen entscheidenden Sprung in Richtung digitale Zukunft. Wie im September 2026 bekannt wurde, treiben mehrere innovative Unternehmen gemeinsam mit der städtischen Wirtschaftsförderung (WiSta) ein Projekt voran, das künstliche Intelligenz für lokale Betriebe greifbar und wirtschaftlich macht. Unter dem Titel MOODUS.AI x IT-RESELL entsteht in der August-Horch-Straße ein technologisches Zentrum, das vor allem kleinen und mittleren Unternehmen den Einstieg in komplexe Zukunftsfelder erleichtern soll.
Ein Meilenstein für die digitale Wirtschaft in Gifhorn
Die Hürden für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) sind für viele Firmen im Mittelstand nach wie vor hoch. Hohe Investitionskosten, fehlende eigene Hardware-Infrastrukturen und Sicherheitsbedenken bremsen oft die Innovationskraft. Genau hier setzt das neue Vorhaben an, dessen Weichen durch einen offiziellen Letter of Intent gestellt wurden. Beteiligt an dieser zukunftsweisenden Kooperation sind die moodus UG, die IT-Resell.com UG sowie die Braunschweiger Deep 5 GmbH. Begleitet wird das Projekt aktiv von der WiSta Gifhorn sowie von Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich.
Das Herzstück der Initiative befindet sich in den Räumlichkeiten von „moodus“ in der August-Horch-Straße. Bereits bei der Errichtung des Gebäudes vor rund zwölf Jahren wurde strategisch eine etwa 200 Quadratmeter große Fläche für professionelle Server- und IT-Infrastruktur eingeplant. Diese optimal vorbereiteten Räumlichkeiten bieten nun die perfekte Basis für den Aufbau des neuen regionalen Rechen- und Innovationszentrums.
Innovative Technologie trifft auf Kreislaufwirtschaft
Ein zentraler Erfolgsfaktor des Projekts ist die clevere Verknüpfung von moderner KI-Technologie mit nachhaltiger Ressourcennutzung. Das Magdeburger Unternehmen IT-Resell zieht in das Gebäude ein und bringt umfassende Expertise in der Aufbereitung gebrauchte Enterprise-Hardware mit. Von der DSGVO-konformen Datenlöschung bis hin zur fachgerechten Wartung deckt das Unternehmen den gesamten Lifecycle ab.
- Kosteneffizienz: Durch den Einsatz professionell aufbereiteter Hardware entfallen extrem teure Investitionen in neue Cloud-Provider-Strukturen.
- Nachhaltigkeit: Das Projekt verbindet moderne Digitalisierung direkt mit den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft.
- Regionale Kompetenz: Die Software-Entwicklung und Implementierung wird unter anderem durch die Deep 5 GmbH aus Braunschweig unterstützt.
- Praxisnahe Erprobung: Ein erster Laboraufbau mit acht leistungsstarken Grafikprozessoren wurde bereits erfolgreich getestet.
Durch diesen Ansatz können Betriebe aus der Region die Leistungsfähigkeit von künstlicher Intelligenz testen, ohne vorher sechsstellige Summen in eigene Rechenzentren stecken zu müssen. Dies senkt das unternehmerische Risiko massiv und fördert eine schnelle Anwendung in der Praxis.
Hintergrund: Warum Gifhorn auf Künstliche Intelligenz setzt
Die Initiative zur Etablierung des KI-Standorts ist das Resultat einer zielgerichteten Wirtschaftsförderung, die den strukturellen Wandel aktiv gestalten möchte. Der Landkreis und die Stadt Gifhorn stehen wie viele Regionen vor der Herausforderung, bestehende Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig neue, zukunftsfähige Berufe zu schaffen. Um als Wirtschaftsstandort attraktiv zu bleiben, müssen regionale Betriebe mit den neuesten technologischen Entwicklungen Schritt halten können.
Die Initiatoren haben erkannt, dass Künstliche Intelligenz längst kein theoretisches Konzept mehr ist, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor darstellt. Ob automatisierte Dokumentenassistenten oder interne Wissensmanagementsysteme – die Anwendungsbereiche für den Mittelstand sind vielfältig. Indem die Stadt und die beteiligten Unternehmen nun Infrastruktur, Know-how und Beratung an einem physischen Ort bündeln, entsteht ein einzigartiges Biotop für Innovationen. Langfristig ist zudem geplant, die Stadtwerke Gifhorn einzubinden, um den Betrieb des Rechenzentrums zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu realisieren und somit höchste ökologische Standards zu erfüllen.
Nächste Schritte und Einladung an die Wirtschaft
Nach den erfolgreichen ersten Tests mit dem Grafikprozessor-Labor steht nun die Erprobung konkreter Anwendungsfälle im Fokus. Moodus-Betreiberin Ilona Derksen betont, dass interessierte Unternehmen aus dem Landkreis eingeladen sind, das Angebot unverbindlich kennenzulernen. Neben der reinen Technik bietet der Standort in der August-Horch-Straße auch moderne Büroräume, Coworking-Flächen und Veranstaltungsformate, die den direkten Austausch zwischen Gründern, etablierten Betrieben und IT-Experten fördern.
Die städtische Wirtschaftsförderung unterstützt die Unternehmen dabei nicht nur bei der Partnervermittlung, sondern berät auch gezielt zu passenden Förderprogrammen. Wer mehr über aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen in der Region erfahren möchte, findet auf unserer Plattform weitere spannende Berichte zur regionalen Wirtschaftsentwicklung.
Häufige Fragen
Welche Unternehmen können das neue KI-Angebot in Gifhorn nutzen?
Das Angebot richtet sich primär an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus der Region Gifhorn und Umgebung, die Künstliche Intelligenz in ihren Geschäftsprozessen testen und implementieren möchten, ohne sofort hohe eigene Investitionen tätigen zu müssen.
Wo befindet sich die neue KI-Plattform genau?
Das Projekt ist im Gebäude von „moodus“ in der August-Horch-Straße im Stadtgebiet von Gifhorn angesiedelt. Dort stehen speziell vorbereitete Flächen für Server- und IT-Infrastruktur sowie Arbeits- und Veranstaltungsräume zur Verfügung.
Wie wird das Projekt finanziert und nachhaltig betrieben?
Die Initiatoren setzen auf wiederaufbereitete Enterprise-Hardware (Kreislaufwirtschaft), um die Kosten niedrig zu halten. Zudem ist geplant, für den Betrieb des Rechenzentrums langfristig zu 100 Prozent Ökostrom in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Gifhorn zu nutzen.
Mit diesem innovativen Schulterschluss zwischen Wirtschaftsförderung, IT-Spezialisten und regionalen Betrieben geht Gifhorn einen beispielhaften Weg in die digitale Zukunft. Die Plattform in der August-Horch-Straße zeigt, dass auch Mittelzentren abseits der großen Metropolen zu echten Treibern für Zukunftstechnologien werden können.