Matthias Nerlich (Jahrgang 1972, geboren in Gifhorn) ist seit dem 9. November 2011 hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Gifhorn. Bei seiner Wiederwahl am 26. Mai 2019 erhielt er 60,1 % der Stimmen im ersten Wahlgang. Am 17. April 2026 nominierte ihn der CDU-Stadtverband Gifhorn erneut; er trat damit als Amtsinhaber für die erstmals achtjährige Amtszeit an. In der Stichwahl am 27. September 2026 unterlag er Christopher Finck (SPD) mit 38,60 % (5.247 Stimmen) zu 61,40 % — vorläufiges Ergebnis, alle 47 Wahlbezirke ausgezählt.
Nerlich studierte Rechtswissenschaften in Hannover und legte 2000 das Erste juristische Staatsexamen ab; anschließend war er persönlicher Referent des Bundestagsabgeordneten Heinrich-Wilhelm Ronsöhr. CDU-Mitglied ist er seit 1991, Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Gifhorn war er von 2001 bis 2012. Vor seinem Wechsel ins Gifhorner Rathaus war er Ratsherr (ab 1996) und Bürgermeister (2001–2011) der Gemeinde Leiferde, Mitglied des Samtgemeinderats Meinersen und ab 2003 Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag. Sein Landtagsmandat legte er am 9. November 2011 nieder.
Mühlenmuseum: Nerlich steht im Zentrum der Debatte um den Kauf des Internationalen Mühlenmuseums durch die Stadt für rund 2,3 Mio. €. Der Bund der Steuerzahler erstattete bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue (§ 266 StGB); die Stadt erklärte, ihr liege keine Anzeige vor, sie arbeite aber mit den Behörden zusammen. In der Auftaktsitzung des Sonderausschusses am 18. Februar 2026 betonte Nerlich, man habe stets im Rahmen der geltenden Vorschriften des Vergaberechts gehandelt.