Ein Meilenstein für die Bildungslandschaft im Landkreis Gifhorn

Mit der feierlichen Eröffnung im Oktober 2026 hat die Stadt Gifhorn das größte und bedeutendste Neubauprojekt ihrer jüngeren Bildungsgeschichte erfolgreich zum Abschluss gebracht. Die neu errichtete Johanna-Menke-Schule am Sportzentrum Süd hat offiziell den Betrieb aufgenommen und bietet nun rund 400 Schülerinnen und Schülern sowie etwa 50 Lehrkräften eine moderne, zukunftsweisende Lernumgebung. Der Unterricht in den frisch bezogenen Räumlichkeiten an der Jägerstraße ist nach dem Ende der Herbstferien angelaufen und markiert den Beginn einer neuen Ära für die Hauptschulbildung in der Region.

Bereits im April 2025 war der erste Spatenstich für dieses ambitionierte Vorhaben erfolgt. Dass das komplexe Bauvorhaben trotz wirtschaftlicher Herausforderungen und anspruchsvoller Planungsphasen termingerecht umgesetzt werden konnte, werten Verantwortliche aus Politik und Verwaltung als großen Erfolg. Rund 200 Gäste aus den Bereichen Politik, Bildung, der Stadt- und Kreisverwaltung sowie Vertreter des Landes Niedersachsen versammelten sich zur feierlichen Eröffnung in der neuen Aula, um diesen besonderen Moment gemeinsam zu würdigen.

Hintergrund

Dem erfolgreichen Abschluss im Herbst 2026 ging ein mehrjähriger, sorgfältig abgestimmter Planungs- und Beteiligungsprozess voraus. Die Entstehung der Schule wurde durch eine eigens einberufene Arbeitsgruppe begleitet, in der sich Schulgemeinschaft, Kommunalpolitiker sowie die Fachbereiche Bildung, Jugend und Bauverwaltung eng austauschten. Gemeinsam wurde über zwei Jahre hinweg an pädagogischen Grundsätzen und architektonischen Konzepten gefeilt.

Ein entscheidender Faktor bei der Verwirklichung war die Vergabe an einen Totalunternehmer im Rahmen eines europaweiten Verfahrens. Ende 2024 erhielt die Depenbrock Partnering GmbH & Co. KG aus Bielefeld den Zuschlag, da ihr Entwurf die Fachjury am meisten überzeugen konnte. Zudem profitierte das Projekt im laufenden Prozess vom bundesweiten Startchancen-Programm, welches Schulen mit besonderen sozialen Herausforderungen unterstützt und zusätzliche finanzielle sowie konzeptionelle Optimierungen ermöglichte.

Innovative Architektur: Das Cluster-Prinzip und moderne Raumkonzepte

Das architektonische Konzept der Johanna-Menke-Schule bricht bewusst mit traditionellen, starren Schulstrukturen und setzt auf eine moderne Lernlandschaft. Das Gebäude, das sich über eine zentrale Bewegungsachse erstreckt, besteht aus miteinander verwobenen Kuben. Im Erdgeschoss befinden sich gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie:

  • Die repräsentative Aula für Veranstaltungen
  • Eine moderne Mensa für die ganztägige Verpflegung
  • Eine gut ausgestattete Schulbücherei
  • Flexible Multifunktionsräume

In den oberen Etagen sind die Lernbereiche als helle, flexible Cluster angeordnet. Diese sind nach Jahrgängen und individuellem Lernstand unterteilt und bilden überschaubare Einheiten, die Klassenzimmer, Lerninseln und Funktionsräume eng miteinander vernetzen. Schulleiter Dr. Detlef Eichner zeigt sich begeistert von den neuen Möglichkeiten: „Wir bieten den Jugendlichen modernste Lernbedingungen. Die Bauweise unterstützt gezielt die Gruppen- und Teambildung, sodass sich alle Beteiligten hier wirklich heimisch fühlen können.“ Ähnlich wie bei anderen großen Investitionen in der niedersächsischen Bildungslandschaft – man denke etwa an wegweisende Projekte wie die Landarztquote in Niedersachsen zur Sicherung akademischer Fachkräfte – steht auch hier die langfristige Förderung junger Menschen im Fokus.

Nachhaltigkeit und Kostenrahmen im Überblick

Neben pädagogischen und architektonischen Aspekten spielte das Thema Nachhaltigkeit von Beginn an eine zentrale Rolle. Die Stadt Gifhorn legte großen Wert darauf, ein zukunftsfähiges und umweltfreundliches Gebäude zu errichten. Die wichtigsten Eckdaten des Projekts im Überblick:

  • Gesamtkosten: Exakt 31,2 Millionen Euro für Gebäude, Außenanlagen und den Vorplatz an der Carl-Diem-Straße.
  • Bauzeit: Lediglich 18 Monate von der Grundsteinlegung bis zur schlüsselfertigen Übergabe.
  • Wärmeversorgung: Vollkommen ohne fossile Brennstoffe, rein ökologisch über effiziente Luft-Wasser-Wärmepumpen.
  • Förderung: Das Land Niedersachsen unterstützte das Projekt im Rahmen der aktuellen Klimarichtlinien mit einer Fördersumme von einer Million Euro.

Dass der finanzielle Rahmen trotz enormer Preissteigerungen im Bausektor eingehalten werden konnte, beweist die professionelle Steuerung durch die städtischen Gremien und den ausführenden Partner.

Integration in den neuen Südstadtcampus

Die Hauptschule versteht sich ausdrücklich nicht als isolierte Institution, sondern als offener Lern- und Lebensort. Von Anfang an wurde der Campus-Gedanke verfolgt, der eine enge Vernetzung mit den umliegenden Bildungs- und Freizeiteinrichtungen vorsieht. Mit dem neu eingerichteten Campus-Management und Angeboten wie dem benachbarten Haus der Generationen strebt die Stadt an, den gesellschaftlichen Zusammenhalt im gesamten Quartier nachhaltig zu stärken und generationenübergreifende Begegnungen zu ermöglichen. Wer sich für die Entwicklung moderner sozialer Infrastrukturen in Niedersachsen interessiert, findet hier Parallelen zu Bemühungen in anderen Regionen, die sich intensiv mit gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen, wie sie beispielsweise auch in urbanen Problemimmobilien diskutiert werden (vergleiche dazu die Berichte über die Situation an der Groner Landstraße 9 in Göttingen).

Häufige Fragen

Wann genau wurde die Johanna-Menke-Schule eröffnet?

Die feierliche Eröffnung fand am Freitag, dem 30. Oktober 2026, statt. Nach den Herbstferien im selben Jahr startete direkt der reguläre Schulbetrieb für die Schülerinnen und Schüler.

Wie hoch waren die Baukosten für das Großprojekt?

Die Gesamtkosten für den Neubau der Schule inklusive der Außenanlagen und des Vorplatzes beliefen sich auf exakt 31,2 Millionen Euro, womit der Kostenrahmen eingehalten wurde.

Welches pädagogische Konzept liegt dem Schulgebäude zugrunde?

Die Schule wurde nach dem modernen Cluster-Prinzip erbaut. Dabei bilden Jahrgänge und Lernstände überschaubare, räumlich eng verbundene Einheiten aus Klassenzimmern und Lerninseln, die eigenverantwortliches und teamorientiertes Lernen fördern.

Fazit

Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme der Johanna-Menke-Schule hat Gifhorn ein zukunftsweisendes Ausrufezeichen für die lokale Bildungspolitik gesetzt. Die Kombination aus moderner Architektur, konsequenter Nachhaltigkeit und starker Einbindung in das soziale Umfeld des Südstadtcampus schafft ideale Voraussetzungen für die kommenden Schülergenerationen im Landkreis Gifhorn.