GifhornVerifiziert21. April 20262 Min. LesezeitQuelle: ndr.de
Stadtbad Braunschweig startet Kampagne gegen sexualisierte Gewalt
Plakate im Stadtbad Braunschweig sollen für das Thema sensibilisieren. Gerade Kinder könnten Grenzen schwer einordnen.
In den Bädern der Stadtbad Braunschweig GmbH gab es nach Angaben von Geschäftsführer Tobias Groß nicht viele Übergriffe. Doch weil gerade Kinder oft schwer einordnen können, wo die Grenzen sind, will das Team vom Stadtbad ab sofort mit einer neuen Kampagne auf das Thema aufmerksam machen. Ein Fall aus dem Sommer 2024, bei dem ein damals 15-Jähriger ein 12-jähriges Mädchen in einer Umkleide sexuell missbraucht haben soll, hatte die Präventions-Bemühungen des Teams forciert. Jetzt sollen Plakate im Umkleide- und Schwimmbereich Badegäste sensibilisieren und dazu ermutigen, sich an das Personal zu wenden, wenn ihnen mögliche Übergriffe auffallen.
Antje Wingert vom Kinderschutzbund hat am Projekt mitgearbeitet und war für die Schulung der 120 Mitarbeitenden des Bäderpersonals mitverantwortlich. Neben Schwimmmeistern wurden auch Reinigungskräfte und Kassenpersonal für das Thema sensibilisiert: "Es ging darum, zu lernen, Situationen richtig einzuordnen, zum Beispiel wenn jemand in der Sauna unangenehme Komplimente macht." Ein großes Thema seien auch Handys und Kameras, mit denen Täter etwa in Umkleiden filmen. Stadtbad-Geschäftsführer Tobias Groß sagt, es gehe zunächst darum, betroffenen Personen Aufmerksamkeit zu schenken. Je nach Härtegrad können dann Hausverbote folgen oder die Polizei wird eingeschaltet. Die Kampagne gegen sexuelle Gewalt habe die Stadtbad Braunschweig GmbH von einem Kölner Schwimmbad übernommen, sagt Pressesprecher Fabian Neubert. Ein niedriger fünfstelliger Betrag wurde dafür investiert.
Mit dem Thema sexuelle Übergriffe beschäftigen sich auch Rettungsschwimmer der DLRG. Vania Haase von der Ortsgruppe Wangerland (Landkreis Friesland) bildet ihre Kollegen in der Prävention von sexualisierter Gewalt aus. Gleichzeitig arbeitet sie für das bundesweite Hilfetelefon der DLRG, das Opfer als Anlaufstelle nutzen können. Am Badesee oder Strand geht die Arbeit der DLRG-Rettungsschwimmer längst über die Wasserrettung hinaus: "Wir beobachten das Geschehen ganz genau und schauen uns die Menschen an", sagt Haase. Gleichzeitig fordert sie auch andere Badegäste dazu auf, aufmerksam zu sein: "Jeder Mensch ist verantwortlich dafür, den anderen zu schützen." Dass die Fallzahlen von sexualisierter Gewalt steigen, ist aus ihrer Sicht nicht so. Der Unterschied zu früher sei, dass man jetzt hingucke - und das sei gut so.
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