Sicherer Schulweg in Gamsen: Stadt Gifhorn greift durch
Die tägliche Situation vor der Wilhelm-Busch-Schule in Gamsen ist für viele Eltern und Anwohner ein Grund zur Sorge. Insbesondere zu den Stoßzeiten am Morgen und am Nachmittag kommt es durch das hohe Aufkommen an sogenannten „Elterntaxis“ regelmäßig zu unübersichtlichen und gefährlichen Verkehrssituationen. Wie die Stadtverwaltung in einer Mitteilung vom 12. Mai 2026 bekannt gab, soll nun ein umfassendes Maßnahmenpaket die Sicherheit für die Grundschüler nachhaltig erhöhen.
Die angespannte Verkehrslage in der Köthnerstraße ist kein neues Phänomen, hat sich jedoch durch das wachsende Verkehrsaufkommen verschärft. Die geringe Straßenbreite lässt wenig Spielraum für Wendemanöver, was in Kombination mit dem Hol- und Bringverkehr zu einer hohen Gefährdung führt. Durch gezielte verkehrsbehördliche Anordnungen und bauliche Veränderungen will die Stadt Gifhorn ab dem kommenden Schuljahr für Entspannung sorgen.
Hintergrund: Warum das Handeln jetzt notwendig ist
Der Handlungsdruck ist das Ergebnis langjähriger Beobachtungen und spezifischer Kontrollen durch den städtischen Ordnungsdienst. Diese hatten wiederholt aufgezeigt, dass die aktuelle Infrastruktur den Anforderungen an einen sicheren Schulweg nicht mehr gerecht wird. Die Wilhelm-Busch-Schule, als zentraler Anlaufpunkt für viele Kinder aus Gamsen, benötigt eine klare Verkehrsführung, die sowohl den Radverkehr als auch die Fußgänger schützt.
Die Bedeutung dieser Maßnahmen unterstreicht Astrid Behrens, Fachbereichsleiterin Tiefbau der Stadt Gifhorn: „Wir wollen mit den verkehrsbehördlichen Anordnungen und vorgeschlagenen baulichen Maßnahmen an der Wilhelm-Busch-Schule eine deutlich bessere und sicherere Schulwegführung schaffen.“ Das Ziel ist es, den Verkehrsfluss zu entzerren und den Kindern einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie sicher zur Schule gelangen können, ohne zwischen rangierenden Fahrzeugen navigieren zu müssen.
Die geplanten Maßnahmen im Detail
Das Konzept der Stadtverwaltung ist zweigeteilt: Es umfasst kurzfristige verkehrsrechtliche Anordnungen sowie langfristige bauliche Investitionen. Hier sind die wichtigsten Punkte, die den Alltag in der Köthnerstraße verändern werden:
- Einbahnstraßenregelung: Ab Beginn des neuen Schuljahres wird die Köthnerstraße als Einbahnstraße ausgewiesen, um Wendemanöver und gefährliche Begegnungen zu minimieren. Der Radverkehr bleibt dabei in beide Richtungen erlaubt.
- Kiss & Go-Zone: In den Sommerferien 2026 entsteht ein spezieller Kurzzeitparkbereich. Eltern können ihre Kinder hier sicher absetzen, ohne den fließenden Verkehr zu blockieren.
- Fußgängerüberweg: Im Westerfeldweg, auf Höhe der Köthnerstraße, wird ein neuer Überweg eingerichtet. Dies erfordert zudem ein taktiles Leitsystem sowie die Anpassung der Straßenbeleuchtung.
- Bauliche Neuordnung: Durch das Zurücksetzen der Schulhof-Einfriedung entsteht Platz für einen neuen, zwei Meter breiten Gehweg, der die Kinder physisch von den Parkständen trennt.
Investitionen in die Zukunft
Die Stadt nimmt für diese Projekte erhebliche Mittel in die Hand. Während der Fußgängerüberweg mit etwa 6.000 Euro aus dem laufenden Haushalt finanziert wird, sind für die weiteren baulichen Anpassungen im Jahr 2027 rund 30.000 Euro vorgesehen. Diese Investitionen sind Teil einer größeren Strategie: Insgesamt plant die Stadt in diesem Jahr die Einrichtung von fünf neuen Fußgängerüberwegen im Umfeld von Gifhorner Grundschulen. Weitere Informationen zur allgemeinen Verkehrssituation im Landkreis finden Sie auch in unserem Bericht zur städtischen Verkehrsplanung.
Sicherheit durch bauliche Trennung
Ein besonderer Fokus liegt auf der Vermeidung von Unfällen durch rückwärts ausparkende Fahrzeuge. Bisher ragten Fahrzeughecks oft in den Gehwegbereich hinein. Durch die neue Anordnung der Parkstände zwischen dem neuen Gehweg und der Fahrbahn wird dieses Risiko eliminiert. Zudem soll durch den Rückbau eines Parkplatzes und die anschließende Entsiegelung der Fläche die Sichtachse in den Westerfeldweg deutlich verbessert werden, was die Übersichtlichkeit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht.
Häufige Fragen
Wann treten die Änderungen in der Köthnerstraße in Kraft?
Die wesentlichen verkehrsrechtlichen Anordnungen, wie die Einbahnstraßenregelung und die Inbetriebnahme der Kiss & Go-Zone, sind für den Beginn des neuen Schuljahres 2026 geplant. Der Fußgängerüberweg soll bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 fertiggestellt werden.
Wie wird der Radverkehr durch die Einbahnstraße beeinflusst?
Die Stadt Gifhorn hat explizit festgelegt, dass der Radverkehr von der Einbahnstraßenregelung ausgenommen bleibt. Radfahrer können die Köthnerstraße weiterhin in beide Fahrtrichtungen befahren, was den Schulweg für die Kinder auf dem Fahrrad sicherer und direkter gestaltet.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Stadt Gifhorn mit diesem Maßnahmenpaket einen wichtigen Schritt zur Entschärfung der Gefahrenstellen in Gamsen unternimmt. Durch die Kombination aus klaren Verkehrsregeln, moderner Infrastruktur wie taktilen Leitsystemen und einer durchdachten räumlichen Trennung von Fußgängern und Autos wird das Umfeld der Wilhelm-Busch-Schule deutlich sicherer. Die Entscheidung der Ratsgremien Ende Juni wird nun den Weg für die Umsetzung dieser wichtigen Infrastrukturprojekte ebnen.
